Lisa als Venus von norderney

Ein atemberaubendes Shooting auf den ostfriesischen Inseln

Babybauchfoto an der Nordsee
Venus von Norderney

Ein atemberaubendes Shooting auf den Ostfriesischen Inseln. Definitiv eines meiner aufwändigsten Shootings.. aber ich bereue nichts, denn es waren zwei wunderschöne Tage und ich liebe die Ergebnisse. Die ausführliche Geschichte zum Bild "Venus" ist unter der Bilderstrecke zu lesen.

Die Geschichte zum Bild "Venus"

Im Winter 2016/17 besuchte ich zwei Workshops bei Klaus Reinders in Emden um mich dem Thema Portraitfotografie anzunähern. (Klaus´ Workshops kann ich übrigens wärmstens empfehlen! Schaut doch mal unter: http://klausreinders.de)  Bei meinem zweiten Workshop fragte er mich, wie oft ich denn das bisher Erlernte in der Praxis angewandt habe. Ehrliche Antwort: "Noch gar nicht."  Man nimmt sich oft nicht die Zeit und auch der Mut einfach jemanden anzusprechen fehlte mir. Daraufhin bekam ich von Klaus eine Art vorübergehendes "Workshop-Verbot" auferlegt : "Dich will ich hier erst wieder sehen, wenn Du Portraits Fotografiert hast!"

 

Als ich dann im Frühjahr Lisa kennenlernte, war ich sofort begeistert von ihrer herzlichen und natürlichen Ausstrahlung. Ich fragte ich sie, ob sie Lust hätte mir im Herbst für Portraits Modell zu stehen. Dann gingen einige Monate ins Land, Lisa wurde schwanger und mein Mann sagte irgendwann: "Also Lisas Bauch ist schon  gut zu sehen - wenn ihr zwei noch länger wartet, dann könnt ihr Eure Portraits vergessen"  Naja: Wenn man den Bauch nicht mehr verbergen kann, dann rücken wir ihn halt in den Mittelpunkt! Plötzlich hatte ich ein Bild von Lisa in einem wehenden weißen Kleid, umgeben von hohen Wellen vor Augen.. und auch den perfekten Ort für dieses Bild: am Strand der ostfriesischen Inseln. Da es völlig unvernünftig wäre für ein Foto extra auf die Inseln zu fahren, suchte den ganzen Sommer über am Festland nach alternativen Orten. Ich bin kilometerweit an der Küste entlang marschiert, befragte Fischer, recherchierte mit google maps.. aber kein Ort passte zu dem fertigen Bild in meinem Kopf. An den Stränden der Inseln sind die Wellen wesentlich höher und bilden eine schöne, weiße Gischt. Hingegen sind die Steindämme an der Küste Höher und es war mir zu wackelig und riskant eine Schwangere darauf balancieren zu lassen.

 

Anfang September verbrachte ich einen Tag mit meinem Bruder auf der Insel. Wir liefen ans Meer und als ich wieder an diese Stelle kam wusste ich: HIER oder gar nicht! Ich habe sofort Lisa geschrieben: "Halte mich bitte nicht für verrückt - aber wäre es für Dich O.K, wenn wir für das Fotoshooting zusammen auf die Insel fahren..?" Sie antwortete sofort: "Klar! Mit Dir fahre ich überall hin."  Auf dem 2. Bild der Galerie hat mein Bruder festgehalten wie glücklich mich dieser Ort und Lisas Zusage gemacht haben..  Wenn ich es sehe, muss ich selber über mich lachen..  ;D

 

Auf einmal war alles stimmig und ich begann mit Feuereifer mit der Detailplanung. Als erstes suchte ich nach einem passenden Kleid. Dann besprachen wir einen Termin. Wir mussten beide frei haben, wollten natürlich möglichst gutes Wetter, viel Wind und Lisas Schwangerschaft durfte nicht zu weit voran geschritten sein. Zudem sind die Inseln nur per Fähre zu erreichen und es stellte sich heraus, dass wir mit den regulären Tages-Fähren weder Sonnenaufgang noch Sonnenuntergang würden nutzen können. Also brauchten wir recht spontan ein Zimmer in Strandnähe. Ich telefonierte mir die Finger wund - und fand schließlich ein Doppelbett in einem Kellerzimmer einer alten Pesion. WC und Dusche auf dem Flur.  "Egal: nehmen wir!"

 

Zwei Wochen später fuhren wir mittags mit der Fähre zur Insel, bezogen unser Zimmer und liefen dann eine Stunde vor Sonnenuntergang mit einem Bollerwagen voller Equipment an den Strand.  Lisa im Flatterkleid, Thermostrumpfhose, Gummistiefeln und Ostfriesennerz.. Ich im Neoprenanzug, meine Kamera so gut es ging in eine transparente Tüte gehüllt.. die Aufmerksamkeit aller Anwesenden war uns sicher! ;) Am Strand angekommen trafen wir auf perfekte Bedingungen. Starker Wind, hohe Wellen, Licht und Wind kamen aus der selben Richtung und es regnete nicht. Lisa positionierte sich auf dem Steindamm und ich lief ins Wasser. Der Wind war so stark, dass sich ihre Gummistiefel unschön unter dem Kleid abzeichneten. Ohne Schuhe ging es aber auch nicht bei 15 °C Wassertemperatur. Also haben wir getauscht: Lisa bekam also meine Neoprenschuhe, ich war abwechselnd Barfuß im Wasser oder in (dann ziemlich nassen) Lederstiefeln am Strand unterwegs. 

 

Lisa im wehenden weißen Kleid auf dem Steindamm stehen zu sehen war unbeschreiblich schön und fast ein bisschen unwirklich. Ich konnte nicht aufhören zu fotografieren und habe ihr irgendwann zugerufen: "Du sieht aus wie eine Venus!" Damit hatte die Serie auch direkt einen passenden Namen. Lisa hat eine unfassbar tolle Ausstrahlung und hat mir einer Selbstverständlichkeit für mich posiert, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Wir haben beide völlig die Zeit vergessen und Foto um Foto gemacht bis es dunkel wurde. Dann sind wir nass und erschöpft, aber überglücklich zurück zur Pension gelaufen und haben erst uns, dann das Kleid in der Dusche  von Schlick und Algen befreit und für den nächsten Tag zum trocknen aufgehängt, während wir im Ort den Abend bei einem gemütlichen Essen haben ausklingen lassen.

 

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon um kurz vor sechs. Wir wollten den Sonnenaufgang nicht verpassen. Leider regnete es, aber wir haben ganz entspannt im Strandkorb die Zeit abgewartet. Schließlich hatten wir vom Abend zuvor schon reichlich tolle Bilder sicher. Tatsächlich zog der Regen vorbei und wir konnten noch einige schöne Bilder aufnehme bevor es Mittags per Fähre zurück ans Festland ging.

 

Für mich hat sich mit diesem Shooting einmal mehr bestätigt: Wenn man eine Idee hat: Einfach machen! Klar war diese Aktion aufwändig. Aber es hat uns zwei so wahnsinnig schöne Tage beschert.. und wenn ich mir diese Bilder heute, 1,5 Jahre später ansehe, bin ich sofort wieder erfüllt von dem Glücksgefühl und der Energie, welche ich an diesen beiden Tagen gespürt habe. Und für Lisa und ihre Familie werden die Fotos hoffentlich immer eine tolle Erinnerung sein. 

 

Lieber Klaus: Danke für den "Schubs" in die richtige Richtung zur richtigen Zeit.. neben dem fachlich-technischen Wissen, welches ein Workshop vermittelt ist  ein solcher Schubs manchmal genau das was fehlt. ;)

 

Liebe Lisa: 1000 Dank! Ich liebe unsere Ergebnisse und bin nach wie vor völlig geplättet von deiner Ausstrahlung.. und ich bin so dankbar und glücklich dass Du Dich zu dieser verrückten Aktion bereit erklärt hast! :) 

 

Sandra-pfeiffer-fotografie.de/die geschichte.zum-bild/venus

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Sandra Pfeiffer-Fecht, Aurich Ostfriesland